Gewerbliche Siedlungsabfälle
  • Onlinebestellung

    Ich benötige:
  • Gewerbliche Siedlungsabfälle

    Mit Wirkung zum 01.08.2017 tritt die neue Gewerbeabfallverordnung in Kraft. Die Verordnung wurde auf Grundlage des Kreislaufwirtschaftsgesetzes novelliert und regelt unter anderem näher die Entsorgung und Dokumentation für gewerbliche Siedlungsabfälle (Abfälle aus Gewerbe, Industrie sowie privaten und öffentlichen Einrichtungen).

    Als Grundsatz gelten für Abfallerzeuger und -besitzer das verpflichtende Getrennthalten und das vorrangige Zuführen der nachfolgend aufgeführten Abfälle zum Recycling:

    1. Papier, Pappe und Karton mit Ausnahme von Hygienepapier,
    2. Glas,
    3. Kunststoffe,
    4. Metalle,
    5. Holz,
    6. Textilien,
    7. Bioabfälle nach § 3 Absatz 7 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und
    8. weitere gewerbliche und industrielle Abfälle (ähnlich nach Art, Zusammensetzung, Schadstoffgehalt und Reaktionsverhalten wie Abfälle aus privaten Haushaltungen)


    Die gemischte Erfassung von Gewerbeabfällen ist trotzdem unter bestimmten Bedingungen weiterhin möglich.
    Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die getrennte Erfassung entweder technisch nicht möglich (z.B. kein Platz) oder wirtschaftlich nicht zumutbar (Kosten unverhältnismäßig z.B. wegen geringer Menge) ist! Die Gemische müssen grundsätzlich frei von Bioabfällen und Glas sein, um ein qualitativ hochwertiges Recycling nicht zu gefährden. Auch Abfälle aus der humanmedizinischen oder tierärztlichen Versorgung und Forschung dürfen aus Gesundheits- und Arbeitsschutzgründen nicht in den Gemischen enthalten sein.

    Gemischt erfasste Gewerbeabfälle müssen einer Vorbehandlungsanlage (ugs. Sortieranlage) zugeführt werden.
    Von der verpflichtenden Zuführung der Gemische zu einer Vorbehandlungsanlage kann ausnahmsweise abgewichen werden, wenn die Behandlung technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar ist oder ein Erzeuger nachweist, dass er min. 90 % seiner Gewerbeabfälle getrennt gesammelt hat und dies gutachterlich bestätigt wird. In diesen Fällen kann das Gemisch direkt einer sonstigen Verwertung (z.B. Verbrennung) zugeführt werden.

    Ab dem 01.08.2017 gelten für den Abfallerzeuger und –besitzer von Gewerbeabfällen neue Dokumentationsplichten. Die Dokumentation ist auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzulegen (auch Jahre später). Die Behörde kann eine elektronische Form verlangen.

    Im Mittelpunkt stehen dabei der Nachweis zur Erfüllung der Getrennthaltungspflicht, bzw. die Begründung für das evtl. Abweichen von der getrennten Sammlung einzelner Fraktionen. Ebenfalls zu dokumentieren ist die vorrangige Zuführung der getrennt gesammelten Abfälle zum Recycling (Bsp. durch Konzept, Lagepläne, Abfallbilanzen, Liefer- und Wiegescheine, Rechnungen…).

    Bei begründeter Abweichung von der Getrennthaltung einzelner Gewerbeabfallfraktionen muss vom Abfallerzeuger sichergestellt und dokumentiert werden, dass das Abfallgemisch in eine Vorbehandlungsanlage überführt wird. Hierzu ist unter anderem ab dem 01.01.2019 eine Bestätigung von der Vorbehandlungsanlage einzuholen, dass die Anlage technisch dem Stand der GewAbfV entspricht und im Mittel die von der GewAbfV geforderten Verwertungsquoten erreicht werden.

    Werden Gemische direkt einer sonstigen Verwertung, also keiner Vorbehandlungsanlage zugeführt, sind diese Verwertung sowie auch die wirtschaftlichen oder technischen Gründe, die gegen eine Vorbehandlung sprechen, zu dokumentieren.

     

    Wir stehen Ihnen bei der Umsetzung der Gewerbeabfallverordnung selbstverständlich zur Seite und erarbeiten dabei gemeinsam mit Ihnen eine rechtskonforme Lösung für Ihren konkreten Einzelfall.
    Sprechen Sie hierzu gerne Ihren persönlichen Kundenberater an oder kontaktieren Herrn Jens Göhner.

     

    GewerblicheSiedlungsabfaelle